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Terminvereinbarung in der Kinderwunschklinik

Vor zwei Monaten war mein erster Besuch in einer Kinderwunschklinik. Aber ganz von vorn. Allein das zu organisieren war mehr als einen Termin zu vereinbaren und führte zu einer spontanen Entscheidung. 

Die Suche nach einer geeigneten Klinik

Begonnen hat meine Reise also damit, endlich meinen bisherigen Gedanken um das Thema „Solo-Mutterschaft“ Tatsachen folgen zu lassen. Ich habe mir also eine Kinderwunschklinik in der Nähe rausgesucht. Dorthin habe ich per Mail eine Anfrage gestellt, ob sie mich in meiner Situation als Singlefrau behandeln würden. Das ist ja noch keine Selbstverständlichkeit in Deutschland – leider. Bereits einen Tag später hate ich eine positive Rückmeldung. Mein Termin für ein unverbindliches Erstgespräch war keine 2 Wochen später.

Dieses Gespräch dient zunächst als ein Kennenlernen und um Vorbefunde, die Basisdiagnostik und Kosten zu besprechen. Da ich gesetzlich krankenversichert bin, war es möglich, über eine Überweisung von meiner Gynäkologin oder Hausärztin die Kosten für diesen Termin von der Krankenversicherung tragen zu lassen. Da im gesamten Prozess noch sehr hohe Kosten auf mich zukommen würden, habe ich direkt bei meiner Gynäkologin angerufen, um nach einer solchen Überweisung zu fragen. Mich hat das schon sehr nervös gemacht. 

Große Freude über meinen ersten Termin in der Kinderwunschklinik!

Beratung und Überweisung durch meine Gynäkologin

Meine Gynäkologin wusste zwar von meinem Kinderwunsch und auch, dass ich bereits alternative Modelle, wie Co-Parenting in Betracht gezogen habe. Aber über eine Single-Elternschaft hatten ich mit ihr noch nicht gesprochen. Kurz nach meiner Anfrage hat sie sich Zeit für ein Telefonat genommen und mich angerufen. Zunächst erkundigte Sie sich nach meinem Vorhaben und meiner Motivation. Daraufhin hat sie mir eine Kinderwunschklinik empfohlen, die ihrer Erfahrung nach Behandlungen für Single-Frauen durchführt und mir ein Überweisungsschreiben zugesichert. Da fiel mir schon mal ein riesiger Stein vom Herzen. 

Nichts desto trotz wies meine Gyn mich auch darauf hin, dass es für ein Kind wichtig sei, in familiären Strukturen aufzuwachsen. Und auch in Kenntnis darüber zu sein, wer sein Vater sei. Sie erwähnte auch, dass es einem Kind, sollte das gegeben sein, nicht zwingend glücklicher aufwachsen würde. Sie legte mir noch mal ans Herz, mich in meinem Bekanntenkreis umzuhören. Ob ich nicht doch einen Mann kennen würde, der sich als Spender bereiterklären würde. 

Suche nach einem Samenspender – ein neuer Versuch

Bei mir hat das Gespräch sehr gemischte Gefühle ausgelöst. Auf der einen Seite war ich total erleichtert, dass sie mir die Überweisung ausgestellt hat. Auf der anderen Seite haben mich ihre Worte zur Vaterschaft sehr zum Nachdenken angeregt. Es ist ja auch nicht so, dass ich mir den Weg ausgesucht habe, weil ich einfach große Lust darauf habe. Und dass ansonsten die Männer, die ich mir für solch ein Vorhaben vorstellen könnte, Schlage stehen würden. 

Nichts desto trotz habe ich mir dann doch noch mal einen Ruck gegeben und einen homosexuellen Freund aus Schulzeiten angerufen. Mit ihm hatte ich zu diesem Zeitpunkt wieder etwas mehr zu tun. Einfach sind für mich solche Gespräche nicht. Da ich weiß, dass das ein sehr persönliches Thema und keine leichte zu fällende Entscheidung ist. Er hat im ersten Telefonat sehr positiv reagiert und sich etwas Bedenkzeit erbeten. Ich habe ihm dabei offen gelassen, wie viel er bei einer positiven Entscheidung am Leben des potentiellen Kindes teilhaben möchte.

Wer einen Spender sucht, muss aktiv werden. Ich habe also einen langjährigen homosexuellen Freund angerufen, und ihn gefragt, ob er mir seinen Samen für mein Vorhaben spenden würde. 

Einen Tag später rief er mich zurück. Er betonte, dass er mein Vorhaben und auch, dass ich ihn das fragen würde, sehr mutig finden würde und hohen Respekt vor mir hätte. Nach einer kurzen Bedenkzeit sei er sich aber sicher, dass er sich das aber nicht vorstellen könnte. Er möchte generell keine Kinder. Und auch die Vorstellung, dass es eins von ihm gäbe, würde ihn zu sehr belasten. Weil er dann doch das Gefühl hätte, sich kümmern zu müssen. Und in dieses Dilemma möchte er erst gar nicht geraten. Aus meiner Sicht total verständlich. Enttäuscht war ich dennoch. Er bot mir an, sich in seiner „Szene“ einmal umzuhören und sich ggf. zu melden. Das Angebot habe ich dankend angenommen. Bisher habe ich noch nichts wieder von ihm gehört. Da das nun zwei Monate her ist, schreibe ich ihm noch mal. Euch halte ich mit dem nächsten Beitrag auf dem Laufenden. 

3 Gedanken zu „Terminvereinbarung in der Kinderwunschklinik

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